145 junge Menschen in Waging gefirmt

Abwechslungsreicher Gottesdienst mit dem Weihbischof - Predigt mit Anekdote und Witz

„Da kriegen wir ganz schön was zu tun“, meinte Weihbischof Wolfgang Bischof beim Festgottesdienst am Samstagnachmittag in der Waginger Pfarrkirche angesichts der Schar von 145 Firmlingen aus den Pfarreien Waging, Otting und St. Leonhard. Und so dauerte es dann auch geschlagene zweieinhalb Stunden, ehe sich die Firmlinge zum obligaten Gruppenbild aufstellen konnten. Aber durch die entspannte, ruhige, humorige Art des Bischofs, durch die Spendung der Firmung in kleinen Gruppen und eine beschwingte musikalische Gestaltung durch den Chor „Da Capo“ erlebten die Besucher in der überfüllten Kirche einen ebenso feierlichen wie abwechslungsreichen Gottesdienst.

Dieser begann mit der Gospelmelodie von „This little light of mine“, gesungen mit dem deutschen Text „Freut euch, heut hier zu sein“. Dieses rhythmisch betonte Lied griff der Bischof bei seiner Begrüßung der „lieben jungen und auch etwas älteren“ Gottesbesucher auf und wünschte allen, es möge sie ebensolcher Schwung erfüllen, „wenn wir miteinander das Fest feiern, bei dem wir den Heiligen Geist zugesagt bekommen haben“.

In seiner Predigt verzichtete der Bischof auf komplizierte theologische Formeln, versuchte anstattdessen mit der Erzählung vom „Huaba Bauern“ und seinem renovierten Hof sowie einem Witz - beides in schönstem Bairisch - den Firmlingen seine Botschaft rüberzubringen. Sicherlich, so der Weihbischof, könne der Mensch sehr vieles selber tun, ohne Hilfe, nur aufgrund seiner Fähigkeiten, seines Fleißes, seiner Erkenntnis - so wie der Huaba Bauer, der seinem Pfarrer entgegnet hatte, da dieser er immer von der gemeinsamen Arbeit des Bauern und des lieben Gottes sprach: „Ihr hättet den Hof sehen sollen, als der liebe Gott hier noch allein gewirtschaftet hat!“ Aber auch wenn man es weder hören, noch sehen, noch begreifen könne: „Letztendlich“ - so der Bischof mit Nachdruck - seien die Begabungen dem Menschen von Gott geschenkt. Dabei erhebe sich natürlich die Frage, wie man spüren kann, dass Gott nahe ist und dem Menschen hilft. Da man bedauerlicherweise nicht einfach so Kontakt zu Gott aufnehmen könne wie Don Camillo, sei dies natürlich schwer zu erkennen: „Gott bedient sich unterschiedlicher Wege. Aber ob wir das erkennen können, das ist die Frage.“ So stelle Gott bei der Firmung den jungen Menschen die Paten an die Seite, die sie unterstützen können. Abschließend wünschte der Bischof den Firmlingen, dass sie in ihrem Leben Menschen begegnen, die ihnen die wichtigen Dinge erschließen helfen, Menschen, die sich von Christus stärken und stützen lassen.

Bei der Firmung - nach der Erneuerung des Taufversprechens - salbte der Bischof die 145 jungen Leute, wünschte ihnen alles Gute und fand für den einen oder anderen auch ein paar persönliche, meist lustige Worte. Die Firmung wurde musikalisch abgerundet mit dem Lied aus dem Film „Sister Act“ mit dem passenden Text „I will follow him“ („Ich will ihm folgen“). Der Chor „Da Capo“ unter der Leitung von Eva Fenninger wurde an der elektronischen Orgel von Josef Fenninger, dem Tachinger Kirchenmusiker, begleitet.

Zum Schluss bedankte sich Pfarradministrator Markus Moderegger bei allen, die zur Firmung und der langen Vorbereitung beigetragen haben, auch beim Bischof, an dem er „die sehr ansprechende Art und Weise, auf die Jugendlichen zuzugehen“ hervorhob. Dies alles sei ein Zeichen für eine lebendige Kirche, zu der in Zukunft auch die Firmlinge beitragen sollten. Der Weihbischof seinerseits dankte für die Geduld bei diesem „sehr langen Gottesdienst“ und forderte die Besucher zum Beifall für die Firmhelfer auf: „Sie sind zu Zeugen des Glaubens geworden. Das verdient Applaus.“

Nach dem Gottesdienst, dem Gruppenfoto und vielen Einzelfotos zusammen mit dem Bischof trafen sich alle im Pfarrheim und der angrenzenden Wiese - da der Pfarrsaal all die vielen Menschen gar nicht fassen konnte. Dort gab es ein reichhaltiges Büfett, das vom Frauenbund Waging vorbereitet worden war. Der großen Firmgemeinde war Glück mit dem Wetter beschert. Kaum dass die Firmlinge mit ihren Familien das Pfarrheim verlassen hatten, setzte der Regen ein. Hans Eder

Weihbischof Wolfgang Bischof ließ sich bereitwillig zusammen mit den Firmlingen und Paten ablichten.

Weihbischof Wolfgang Bischof spendete 145 jungen Leuten das Sakrament der Firmung, hier an Lukas (links) und Stefan Fenninger, die danach mit einigen Liedern die Zeremonie umrahmten: Lukas mit Gesang und Gitarre, Stefan mit dem Cajon.

Die Geistlichkeit inmitten Scharen von Firmlingen, von links: Pfarradministrator Markus Moderegger, Weihbischof Wolfgang Bischof, Gemeindereferentin Marianne Aicher und Pastoralreferent Peter Förg.

Alle Fotos: Hans Eder

Unsere Firmlinge im Bild

Die Ottinger

Die Leonharder

Die Waginger